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Revolution ja, Gewalt nein!

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Dieses Foto aus Kiev hat mir der Blogger Ilya Varlamov zur Verfügung gestellt. (www.zyalt.livejournal.com)

Brennende Polizisten und Festgenommene, die sich vor der Polizei nackt ausziehen müssen – beide Seiten überschreiten in Kiew das erträgliche Maß an Härte. Das ist unmenschlich und unwürdig. Dazu zeigen Videos von Toten und Projektilen, von denen sie getroffen worden sein sollen, dass die Polizei offenbar scharf schießt auf die Demonstranten. Und alle rundum sehen zu – Russland, dessen Staatschef Wladimir Putin letztlich zu den politischen Brandstiftern gehört, Deutschland, das sich in Europa gern als Hüter der Demokratie aufspielt, die Europäische Union, zu der viele Ukrainer gern gehören möchten. Fassungslos und fasziniert.

Eine Revolution – und etwas anderes ist das nicht in der Ukraine – muss nicht zwingend mit Blutvergießen verbunden sein. Gerade in Europa wurde dies bewiesen. Nichts wird mehr sein wie es war in Kiew, Dnepopetrowsk, Kharkow und Odessa, für Viktor Janukowitsch und Vitali Klitschko, sind die Auseinandersetzungen beendet. Unabhängig vom Ergebnis, zu dem die Gewalt führt. Sie zeigt letztlich nur: Beide Seiten sind hilflos in ihrem Bestreben, ihre Ziele durchzusetzen. Das heißt nichts anderes als: Sie brauchen Hilfe. Wenn es Tote gibt bei Auseinandersetzungen, die sich über Tage, ja sogar Wochen hinziehen, dann muss man viel stärker als bisher geschehen Hilfe anbieten. Und vielleicht auch um Hilfe bitten, denn alle Beteiligten sind offenbar überfordert mit der Lösung der Situation auf dem Maidan, den ich bei meiner Motorradtour 2009 als beeindruckendes, friedliches Zentrum einer Millionenmetropole erlebt habe.

Jetzt ist er Zentrum des Protests und die nahe Gruschewski-Straße mit dem Eingang zum Stadion von Dynamo Kiew ein Schlachtfeld, auf dem verwundet und gestorben wird.

So darf das um Gottes Willen nicht weitergehen!

Hier berichtet Ilya Varlamov in Wort und Bild aus Kiew.

s Kommentare

    1. @ Rene: Gott muss dem mit Sicherheit kein Ende bereiten. Da sind die Menschen selbst gefragt. Sie haben den Konflikt begonnen, dann werden sie diesen auch wieder lösen müssen.

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