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Schotterritt mit ZPmoto

So bewegt ZPmoto-Gesellschafter Jörg Hübler die neue Maschine. Foto: PR

Das Vorderrad hoppelt, am rechten Hosenbein wird es ungewöhnlich warm und vorn der Rasentraktor ist sowieso viel zu breit für den Feldweg quer durch den  Golfplatz Erzgebirge. Auf die Bremsen kann man sich aber verlassen, Brembo steht dran, die Magura-Hebelei liegt perfekt in den Händen und die groben Stollen des Hinterrades beißen kräftig in den trockenen Schotterweg. Es staubt und die Maschine steht. Erst da fällt auf, dass die Motorradkombi innen klatschnass ist. Das rechte Bein der Textilhose schmilzt vor Begeisterung am heißen Auspuff dahin, der Motor untermalt die sonnige Szenerie bei Zschopau mit wunderschönem Sprotzeln.

Es handelt sich um einen Prototypen, das einzige bisher fahrfertige Gerät mit dem Namen ZP sport 449. Nicht viel mehr als etwa 100 Kilometer ist das Leichtgewicht bisher gelaufen, zumeist pilotiert von ZPmoto-Gesellschafter Jörg Hübler, Ex-MZ-Entwicklungsleiter und Sohn von DDR-Enduromeister Rolf Hübler. „Wir müssen noch Fahrwerkseinstellungen vornehmen“, sagt Hübler, speziell mit dem Vorderradlauf sind die ZP-Macher noch nicht zufrieden. Der Auspuff bekommt noch ein Hitzeschutzblech an der Stelle, an der die Textilhose schwarze Schmelzspuren hinterlassen hat.

Standbild mit ZPmoto-Atrappe nach vorsichtiger Fahrt mit dem Prototypen.

Gleich nebenan steht eine „449“, die dem Endprodukt schon deutlich näher ist – goldfarbene Felgen, ein schwarzer Ledersitz, die Tank-Atrappe rot-weiß lackiert. „Der Tank befindet sich hier“, deutet Martin Löser, ein weiterer der fünf ZPmoto-Gesellschafter, auf das Rahmendreieck. Rund 12 Liter fasst der dahinter versteckte Spritbehälter, der über einen Stutzen unter der Sitzbank befüllt wird, „das verbessert den Schwerpunkt“.

Schon am Vormittag sind die Pressekollegen von „MO“ und „Motorrad“ in Zschopau gewesen, berichtet Löser – ihr Fazit sei positiv gewesen. Trotz der mehr als 22000 Euro, die ZPmoto für die kleine Maschine aufrufen wird.

Ab Ende Oktober soll es die „sport 449“ geben, acht Maschinen sollen noch in diesem Jahr verkauft werden. Auf bis zu 50 verkaufte Motorräder pro Jahr hoffen die Verantwortlichen künftig – so kämen sie in die Lage, weiter zu investieren und die Entwicklung anderer ZP-Modelle voranzutreiben. „ZP“ steht übrigens für Zschopau. Hübler, Löser und ihre drei anderen Mitstreiter, darunter auch Geschäftsführer Norbert Vogler, Tischlermeister und Vorstandsmitglied im Motorsportclub Rund um Zschopau im ADAC, haben sich nicht mehr und nicht weniger vorgenommen, als das ramponierte Image ihrer Heimatstadt in Sachen Motorrad aufzupolieren.

 

 

4 Comments

  1. Ich wünsche den Machern von ZPmoto alles Gute und viel Erfolg mit ihrer (ziemlich gut aussehenden und technisch gut ausgestatteten, aber doch mit einem ambitioniertem Preis versehenen) Maschine.

    Leider gab es in der Vergangenheit ja schon mal ein neu entwickeltes Motorrad aus Zschopau, welchem ein größerer Erfolg leider versagt blieb…

    1. Dabei hätte es durchaus Erfolg haben können. Der Preis war nur halb so ambitioniert wie der der neuen „ZP“, Jörg Hübler war damals auch an der Entwicklung beteiligt.

    1. Ist aber nix für Motorradfahrer, die auf Schnickschnack wie ABS, ESP & Co. stehen. 😉

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