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Ein Blick zurück

Paläste in Reihe wie Perlen an einer Kette, ganz rechts die Eremitage.

Herbst in St. Petersburg: Regen fegt durch die breiten Straßen, der Wind packt die Touristen auf dem Platz zwischen Admiralität und Eremitage, es ist ungemütlich an den Ufern der Newa. „Keine russische Stadt ist im November schön“, hatte eine sehr sympathische Moskowiterin vor dieser Reise nach Nordosten gewarnt und dennoch war es eine ganz besondere Reise.Vor allem wegen der neuen Bekanntschaften, aus denen hoffentlich die eine oder andere Freundschaft wird: Neue Bekanntschaften in der deutschen evangelisch-lutherischen St. Petri- und St. Annengemeinde, vor allem im Kirchenvorstand und mit dem Motorradklub „Schtrafbat“, der so heißt, weil sich seine Mitglieder zu den ganz Harten zählen, so wie es die Soldaten in Strafbataillonen der Roten Armee sein mussten.

Es war eine wirklich schöne Reise, anstrengend war sie aber auch. Denn aus den üblichen zwei Stunden Zeitunterschied wurden durch die Umstellung auf Winterzeit in Deutschland drei Stunden. Das Ergebnis: In St. Petersburg hat man das Gefühl, es ist nur sehr kurze Zeit wirklich taghell (zumindest so taghell, wie man es bei bedecktem Himmel erwarten kann). Erst am Vormittag gegen 9.30 Uhr kann die Straßenbeleuchtung ausgeschaltet und spätestens um 17 Uhr muss sie derzeit wieder eingeschaltet werden. Das ist ein Zustand, an den man sich nur schwer gewöhnen kann. Und das wird noch „schlimmer“ in den nächsten Wochen… Was für ein Lichtgenuss und Erlebnis müssen dagegen die Weißen Nächte sein. Fjodor Dostojewski hat ihnen einen vielzitierte Erzählung gewidmet. „Белые ночи. Сентиментальный роман (Из воспоминаний мечтателя)“ ist ihr Titel (Weiße Nächte. Ein gefühlvoller Roman „Aus den Memoiren eines Träumers). 1948 ist diese Erzählung erschienen und vielleicht ergibt sich irgendwann die Möglichkeit, einen Teil dieser Geschichte selbst nachzuerleben. Mit all den neuen Bekannten aus den vergangenen drei Tagen.

 

Ein Kommentar

  1. Damals fand ich Leningrad auch im Herbst schön. Ist aber schon über 20 Jahre her. Es freut mich, dass der Kelch und die Euros nun wohlbehalten am Ort ihrer Bestimmung gelandet sind. Offenbar hatte der Zoll trotz mancher Befürchtung ein Einsehen. Insofern hat sich die ganze Mühe wirklich gelohnt….Aber auch schon die Tatsache, eines der ganz seltenen Fotos gesehen zu haben, auf denen Du Anzug oder wenigstens das Sakko davon trägst. 😉

    Die Webseite der „Moppedisten“ aus dem Strafbatallion ist der Hammer. Nicht wegen ihrer Gestaltung sondern der Tatsache geschuldet, dass jedes Mitglied einzeln mit Namen, Spitznamen und Motorrad gelistet ist. Getreu dem Motto: „Sage mir, was Du fährst und ich sage Dir…“. Und die Typen erst. Ganz großes Kino!

    Bist Du eigentlich schon wieder back in town?

    VG
    S’sleeper

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