Motorrad

Sehen und gesehen werden

Sehen und gesehen werden – das zählt an der Spinnerbrücke.

Es gibt keinen Bach und kein Waldgebiet, keine Straße und keinen Weg, die ihren Namen begründen könnten. Sie ist – das ist zwar Legende, klingt aber ausgesprochen glaubhaft – nach uns Motorradfahrern benannt, die wir ja alle irgendwie Spinner sind. Jedenfalls aus Sicht eingefleischter Dosenfahrer. Und deshalb heißt sie auch Spinnerbrücke, die Brücke über die Avus in Berlin direkt zwischen dem S-Bahnhof Nikolassee und dem Strandbad Wannsee. Wer noch nie dort war, dem sei sie als Tourziel dringend empfohlen. Im Navi oder auf der Karte einfach nach dem Rasthof Grunewald suchen, dann kann man sie nicht verfehlen.

Das Selbstbedienungsrestaurant gegenüber dem Rasthof ist der bekannteste Berliner Motorradtreff. Dort zeigen die Hauptstädter ihre Bikes und dorthin kommen jede Menge Autofahrer, Radfahrer und Spaziergänger, um Motorräder zu bewundern. Keine fünf Meter neben seinem Bike kann man – sozusagen inkognito – beim Kaffe beobachten, wie das eigene Motorrad zum bewunderten Schaustück wird. Das streichelt das Ego dermaßen, dass manche Berliner dafür angeblich sogar auf die eigentlich geplante Ausfahrt verzichten und ihr Zweirad stattdessen lieber stundenlang an der Spinnerbrücke bestaunen lassen. Schließlich ist das besonders aufregend in einer Gegend, in der aufregende Straßen Mangelware sind… Hier ist der Motorradtreff im Internet zu finden.

An einem sonnigen Nachmittag stehen an der Spinnerbrücke schnell mehr als 100 Maschinen.

 

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