
Moskau (cs). Muskelbepackte Security-Männer und finster dreinblickende Member der Moskauer Night Wolfes haben das Bild im Sexton Motorradklub geprägt, als ich dort zu Besuch war. Die Größe des Areals nahe dem Moskauer Stadtzentrum ist schwer zu schätzen, ich habe dort drei Bühnen, mindestens zwei Partyräume und ein Restaurant gezählt. Ab 500 Motorradfahrern, die sich dort samt ihren Maschinen aufbauen, wird’s kuschelig, gab mir ein Mitglied des Clubs zu verstehen. Ein Bikertreffpunkt sei das nicht, eher ein Treff der Motozyklisti Moskaus. Die Herrschaften achten auf landestypische Signets, Sprache und mehr oder weniger martialisches Aussehen. Sie werden von der Stadtverwaltung unterstützt und sind der russischen Regierung gegenüber loyal. Kein Wunder, dass es Fotos gibt, auf denen sich Putin vom mächtigen Boss der Moskauer Night Wolves, übrigens einem Zahnarzt, den Sexton-Club erklären lässt.

Das Fotografieren ist dort eigentlich verboten. Aber ich habe ganz offiziell die Erlaubnis bekommen, alles abzulichten, was mich interessiert. Das war jede Menge und daraus ist nun eine kleine Bildergalerie entstanden. Das Fazit: Solch ein Club hat für alles Verwendung, was aus Metall ist. Besonders beliebt sind aber schwere Ketten und mächtige Rohre. Denn daraus lassen sich leicht Dinge basteln, die an Kettenfahrzeuge und Kanonen erinnern.

Der Club hat übrigens täglich von 18 bis 6 Uhr geöffnet. Wer mit dem Motorrad vorfährt, ist besonders gern gesehen und parkt selbstverständlich auf dem Clubgelände. Gemeinsam bricht man von dort zu Touren auf – wie einer mehrtägigen Ausfahrt, zu der gestern rund 200 Motorradfahrer aus Moskau gestartet sind. Das Ziel: Die Hafenstadt Sewastopol auf der Krim. So nehmen auch russische Motorradfahrer „wieder“ Besitz von der alten, neuen russischen Halbinsel.






Berlin, 140926
schöne Fotos – noch besser natürlich mit Publikum und Showveranstaltung.
Aber ich kann mich erinnern an meine erste Begegnung mit dem Klub – die Jungs
waren sehr vorsichtig und auch ich hatte so meine Anlaufschwierigkeiten mit ihnen
warm zu werden. Es war ca. 2002 oder 2003, der klub war gerade eröffnet und ich hatte als Kameramann
die Gelegenheit über einen Kontaktpartner in Moskau den Klub zu besuchen, um die Möglichkeit
einer Reportage auszuloten. Über 2 Stunden habe ich auf „Chirurg“ gewartet, dann ein paar herzliche
Nettigkeiten ausgetauscht – bis die Jungs sich bereitfanden eine „kleine Ausfahrt“ zu machen in eines ihrer Stammlokale. Alles immer mit der Kamera im Anschlag, aber ohne je eine Minute gefilmt zu haben.
Sie wollten sich damals noch nicht nach außen lehnen – hatten ja auch keinen Grund einem Deutschen unbedingt zu trauen. Schade ich hätte gern ein paar Tage mit Ihnen verbracht eine (zur damaligen Zeit) interessante Story mit ihnen gemacht.
Ich war dann im Frühjahr diesen Jahres einigermaßen erstaunt, dass Chirurg mit seinen „Nachtwölfen“ sich so aktiv in die Krim „reinhängt“. Aus journalistischer Sicht eigentlich Schade, dass mein erster Kontakt damals nicht vertieft werden konnte.
vielen Dank Christoph für die netten Bilder – schöne Erinnerung
Grüße von Detlef