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Da waren´s nur noch zehn

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Strafbat – gleich hinter der Polizei an der Spitze der Kolonne auf dem Newski Prospekt. Foto: A. Dudin

Die Ночные Волки werden immer weniger bei ihrer „Siegestour“ von Moskau nach Berlin. Noch nicht einmal ein Dutzend soll gestern von Österreich kommend nach Deutschland eingereist sein. Namhafte Wölfe sind nicht dabei, schon gar nicht Chef Alexander Saldostanow. Der war stattdessen am Wochenende in St. Petersburg, wo die neue Motorradsaison mit einem großen Konvoi durch die Stadt eröffnet wurde. Auch dieses Event nehmen die Nachtwölfe für sich in Anspruch, obwohl Fotos und Videos zeigen: An der Spitze des Konvois fährt der St. Petersburger Motorradclub „Strafbat“ und unter Bikern ist klar: Wer einen Konvoi anführt, der ist Chef im Ring. die Nachtwölfe sind also mitgefahren in der Kolonne, die unter anderem über die Prachtstraße der Stadt, den Newski Prospekt fuhr. Dass sie die Motorradsaison in St. Petersburg eröffnet haben, ist aber höchstens die halbe Wahrheit – eher eine Lüge.

Ebenso falsch ist, dass die Nachtwölfe nun durch Deutschland fahren. Das halbe Dutzend Motorradfahrer, von dessen Grenzübertritt Regina Orechova, Reporterin des russischen Fernsehsenders Live News gestern berichtete, wurde von einem Motorradfahrer auf einer Harley mit Schweizer Kennzeichen angeführt. Seine fünf Begleiter sind am Kontrollpunkt, an dem die deutsche Polizei die Motorradfahrer und den Begleitkonvoi unter die Lupe nahm, komplett verschwunden. Auch sieht man an ihren Bikes und ihren Jacken weder Russland-Symbole oder -Flaggen noch Insignien der Nachtwölfe. Alles also ein großer Flop? Davon ist auszugehen, bedenkt man außerdem, dass der Chef er Nachtwölfe bei der Tour gar nicht dabei ist und deutschen Nachrichtenmeldungen zufolge sogar Ночные Волки versucht haben, per Flieger einzureisen. Von einer „Siegestour“ von Bikern kann man da wohl kaum reden.

Nun warten wir gespannt auf das nächste „Lebenszeichen“ der ultranationalen russichen Motorradfahrer, die (wen wunderts) am liebsten mit Motorrädern vom „Klassenfeind“ fahren. Live News-Reporterin Regina Orechova, die mit dem Georgsband an ihrem Mikrofon klar zeigt, dass sie kein bisschen unparteiisch ist, wird gewiss nicht zögern, uns schon bald von der nächsten Regung der „Russen“ auf Motorradtour zu berichten.

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