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Minirouladen in Mytischtschi

Den kleinsten Teil der vielen Miinikohlrouladen habe ich produziert.

Mytischtschi im Norden von Moskau ist ein Nachbarort der russischen Hauptstadt. Ein Teehersteller hatte hier früher sein Domizil, er hat den Ort zu einem Ferienort gemacht. Kleine Holzhäuser und ein kleiner Bahnhof an der Eisenbahnstrecke, die auch die „Transsibirische“ von Moskau kommend Richtung Osten befährt, gehörten zu den damaligen „Errungenschaften“ (wie zu Sowjetzeiten so schön sagte). Eine gepflegte russisch-orthodoxe Holzkirche im Ortszentrum kündet noch von diesen Zeiten, mittlerweile ist Mytischtschi eine richtige Stadt geworden, unter anderem ist hier eine große Waggonbaufabrik zu Hause. Aber es gibt auch Ecken, die noch den Charme der Zeit des Teefabrikanten haben. In einer solchen Ecke wohne ich gerade. Etwa 400 Meter entfernt hört man ab und zu die Eisenbahn, das Geräusch der Autos auf dem Moskauer Autobahnring ist stets zu vernehmen, er verläuft nur rund 200 Meter entfernt hinter einer hohen Betonmauer.

Das Haus, in dem ich gerade wohne, stammt aus der Nachkriegszeit. Es ist ein typisch russisches Haus – alles ebenerdig, kein Keller. Es gehört der Mutter einer Moskauer Freundin. Hier wird heute der 62. Geburtstag ihrer Mutter nachgefeiert und in Erinnerung an deren verstorbenen Mann, der aus Armenien stammte, wurden dafür gestern Abend jede Menge gefüllter Weinblätter hergestellt – Mini-„Kohlrouladen“. Auch eine Suppe dampft schon auf dem Herd, später wird noch Kuchen gebacken…

Vor der Weinblätter-Produktion gabs aber ein leckeres Abendessen – und eine typisch russische Begrüßung, wie mir erklärt wurde: Brot, Speck (mit scharfem Senf darauf) und Wodka.

Wodka und Speck zur Begrüßung und ein sehr leckerer Fischsalat als Abendessen.