Motorrad

We are sold out

Davie setzt ganz auf Wild-West-Optik. Da passt das Harley-Pferd ganz gut dazu.

Miami (cs). Sonnabend. Miami. Kein guter Tag für die freihändige Zimmersuche. Das lief heute richtig schlecht. „Sorry Sir, we are sold out“, habe ich in mindestens zehn Unterkünften gehört, auch im „Runway Inn“, das meine erste Schlafadresse in Florida war. Und dann waren da noch ganz besondere Motels, die mir zuvor bereits aufgefallen sind, weil sich dort die Zimmer über verschließbaren Garagen befinden. Als ich heute in solch einem Laden nach einem Zimmer gefragt habe, klärte sich das schnell auf. Bei 25 Dollar pro Stunde fingen die Zimmerpreise an, ganze Nächte gabs die Räume eigentlich gar nicht und man konnte wählen zwischen Zimmern mit und ohne Whirlpool… Hab ich dann doch nicht genommen.

Das „Parkway Inn“ (passt zur Unterkunft beim Reisebeginn) ist es schließlich geworden. Von hier bis zur Motorradvermietung sollte ich morgen nicht länger als 15 Minuten unterwegs sein. Dann soll es mit den Öffentlichen nach Miami Beach gehen – für knapp zwei Tage Badeurlaub, in denen vielleicht die Farbe aller anderen Körperteile dem Dunkelbraun der Nase und dem Rot der Oberarme noch ein wenig angepasst wird.

Wieder war die Tour heute länger als gedacht. Reichlich 200 Kilometer sind es geworden. Dabei trieb die Suche nach einer im Reiseführer erwähnten „Indianerstadt“ den Streckenzähler deutlich voran. Davie ist ein Ort, der letztlich zu Fort Lauderdale gehört und (dies für Insider) direkt unter der von Westen kommenden Einflugschneise zum Airport liegt. Seminolen, nach denen hier vieles heißt, haben dort ein Reservat und sie haben ihre Stadt zum Wild-West-„Disneyland“ gemacht. Selbst das Wasserwerk hat eine Holzverkleidung bekommen und ist nicht mehr als zwei Stockwerke hoch, alle Geschäfte wirken wie in einer Wild-West-Stadt, besonders authentisch kommt (leider wieder) McDonalds daher. Es gibt eine Rodeo-Arena, die aber nicht an allen Tagen bespielt wird, und einen riesigen Wild-West-Laden. Mal abgesehen von den schicken Cowboystiefeln für bis zu 1000 Dollar das Paar (ich habe dann doch keine gekauft) hat mir dort die Klimaanlage am besten gefallen ;-)). Für Pferde- und Reitfreunde ist der Laden übrigens ein Eldorado – vom handgenähten Satttel bis zu allerlei Zaumzeug gibts dort alles.

Dieser riesige „Westernladen“ ist ein Eldorado für Möchtegerncowboys und – girls.

Auf der Suche nach einer geeigneten Einflugschneise zur Motorradvermietung bin ich heute lange auf der US 1 Richtung Süden gefahren. Die Straße, die Miami in West und Ost teilt, führt mitten durch Miami Downtown. Easy going! Ein Erlebnis zwischen schwindelerregend hohen, glänzenden Wolkenkratzern auf von Palmen gesäumten Straßen. Das geht nicht viel besser als mit sattem Sound auf einer E-Glide und war deshalb gelungenes Ende der Tour.

  • PS: Den unfreiwilligen Sprung mit der E-Gllide von einer knapp zehn Zentimeter hohen Bordsteinkante lasse ich lieber unerwähnt – auch das hat die Maschine letztlich klaglos mitgemacht.
Mit diesem ungewöhnlichen Gaul ist heute ein Cowboy in Davie zum Einkauf geritten.

 

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