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Kollegin engagiert sich für Armeefriedhof

Kollegin Jane Jannke, die im Internet einen „Weidegrund für Querdenker“ pflegt, hat eine Petition veröffentlicht, in der es um den Erhalt des Zivilteils auf dem Garnisonfriedhof der Sowjetischen Armee in der Dresdner Albertstadt geht. Für die DNN hat sie die Geschichte dieses Friedhofs recherchiert und darüber geschrieben.  Parallel dazu veröffentlichte sie ihre Gedanken dazu im „Weidegrund“ und berichtet unter anderem über ihre Erfahrungen als Friedhofsführerin.

Das alles könnte man als Promotion in eigener Sache missverstehen oder als übertriebene Mühe abtun. Egal – im eigenen Blog Unterschriften für eine Petition zu sammeln, zeugt von großem Optimismus. Mut ist dafür womöglich das falsche Wort.

Nun gilt es als unschicklich, in der Zeitung über sich selbst zu schreiben. Folglich ist nicht damit zu rechnen, dass dieses Engagement einer „ganz normalen Bürgerin“, wie es ja auch eine Journalistin ist, Thema in den DNN wird. Und die Kollegen auf der Ostraallee, also bei SZ und MoPo, werden es nach den DNN-Berichten – wenn überhaupt – nur mit spitzen Fingern anfassen. Ihnen sei gesagt: Ziert Euch nicht, auch Eure Leser dürfen davon wissen.

Ich habe gern darüber geschrieben. Finden Sie das unkorrekt, dann passt es genau in dieses DNN-Blog. Finden Sie es korrekt, dann haben Sie jetzt vielleicht von einem interessanten Thema erfahren. Wie auch immer – lesen Sie die Petition und unterzeichnen Sie sie gegebenenfalls. Und nicht vergessen – weitersagen!

s Kommentare

  1. Danke dir, Christoph, dass du das Thema hier aufgreifst! Fast hätte ich das verpasst 😉

    Vielleicht als kleine Erklärung: Mein Engagement hat sich eben aus jenen Recherchearbeiten zu einem ursprünglich heimatgeschichtlichen Thema heraus ergeben.
    Der Artikel in den DNN war eigentlich Produkt eines sich entwickelnden Unverständnisses darüber, dass der Freistaat eine historisch so wichtige und einzigartige Stätte in dieser Stadt so stiefmütterlich behandelt, statt sie zu nutzen, um Vergangenheit aufzuarbeiten, aufzuklären bzw. zu mahnen und zu erinnern (etwa durch Führungen mit begleitenden Vorträgen vor Ort und dergleichen). Wer spricht denn heute noch über das Thema Besatzung? Kaum jemand. Ich habe oft das Gefühl, dass wir in Punkto DDR-Vergangenheit eine ähnliche Phase durchmachen, wie nach dem Nationalsozialismus bis in die 80er-Jahre hinein, wo das Thema mehr totgeschwiegen wurde als alles andere. Außerhalb der üblichen Stasi- und Unfreiheits-Debatte, was das Wirken des SED-Regimes nach innen betrifft, findet doch quasi keine kritische Auseinandersetzung statt: etwa dahingehend, dass ganz normale Bürger sowjetische Soldaten, ohne Lohn in ihren Betrieben Schwerstarbeit verrichten ließen. Man möchte fast meinen, wenn man heute aufwächst in Dresden, dass es 40 Jahre sowjetische Besatzung in dieser Stadt nie gegeben hätte.

    Unabhängig davon empfand ich es einfach als würdelos, einen Friedhof über Jahre in einem derartigen Zustand zu belassen.

    Viel Erfolg mit deinem neuen „Baby“, Vorsicht, es macht süchtig 😉

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