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Teneriffa (er)fahren – ein Fazit

Motorradparadies Teneriffa - Bild anklicken zum Vergrößern
Motorradparadies Teneriffa - Bild anklicken zum Vergrößern

Mindestens 500 Kilometer Teneriffa wünsche ich jedem Motorradfahrer. Und wenigstens fünf Tage Zeit, die Insel zu erfahren, dazu einen Tag für An- und Abreise. Die größte der Kanareninseln ist unbedingt eine (Motorrad)Reise wert. Ob sie ein Paradies ist, bleibt jedem Motorradfahrer selbst überlassen. Teneriffa passt in dieser Hinsicht in eine Reihe mit Reisezielen wie Korsika, den Seealpen, den Dolomiten, den Karpaten und der Krim.

Ganz sicher ungeeignet ist Teneriffa für Motorradfahrer, die auf Maschinen mit Lenkerstummeln und tiefer Sitzposition stehen. Besonders gut gelingt die Inseleroberung auf zwei Rädern dagegen auf mittelschweren Tourenbikes, die R 1200 GS war mir fast zu schwer für manchen Streckenabschnitt. Auch das mächtige Drehmoment der BMW war nicht immer nur von Vorteil – etwa, wenn ich auf Schotter wenden musste und das Hinterrad schon knapp über dem Standgas im ersten Gang durchdrehte. Dagegen gab sich die Maschine in superengen Serpentinen erstaunlich wendig.

Teneriffa on bike kann ich uneingeschränkt empfehlen. Vor allem wegen des perfekten Zustands der Maschinen, die Michael Ernst und dessen Teneriffa-Vertreter Willi bereithalten, aber auch wegen der sehr freundlichen und verbindlichen Art der zwei Motorradreiseveranstalter.

Das Hotel Jacaranda, in dem die Motorräder von Teneriffa on bike stehen, ist vor allem aus diesem Grund erste Wahl. Es ist ein sehr großes, ordentliches Hotel, in dem klar die All-inclusive-Touristen im Mittelpunkt stehen. Zehn Minuten läuft man zum Strand, ansonsten ist die Gegend extrem touristisch und nichts für Menschen, die im Urlaub auf Individualismus stehen. Es sei denn, sie wollen auf Teneriffa Motorrad fahren…

PS: Nach diesem ausführlichen BMW-Test müsste sich nun eigentlich die Gelegenheit bieten, die Konkurenz der 1200 GS zu testen, etwa die Ducati Multistrada, die Yamaha Super Ténéré und die Triumph Tiger 1050.

  • Streckenempfehlungen: Tag 1 Tour aus Osten auf den Teide, die Anfahrt über die TF 28, die TF 523 und die TF 24 ist ein Motorradgenuss und es gibt viele wunderschöne Panoramablicke auf den höchsten Berg Spaniens; Tour 2 und 3 sollten ins Anaga– und ins Teno-Gebirge führen; eine weitere Tour sollte nach Gomera führen und am fünften Tag ist dann noch einmal der Teide mit der Anfahrt auf der TF 21 dran.
  • Preise: Die Auffahrt auf den Teide mit der Kabinenbahn kostet 25 Euro (!), 50 Euro müssen also für den Besuch auf Spaniens höchstem Berg hingeblättert werden. Dagegen ist die Überfahrt mit der Fähre nach La Gomera geradezu ein Schnäppchen, für eine Person samt Motorrad kostet die Tour hin und zurück etwas mehr als 80 Euro.
  • Benzin ist deutlich preiswerter, als in Deutschland, 95er kostet derzeit rund 85 Cent pro Liter, Benzin mit 98 Oktan etwa 96 Cent.
  • Die Temperaturen auf dem Teide fallen im Dezember, Januar und Februar auf unter 0 Grad Celsius. Dann sind gefütterte Motorradklamotten nicht verkehrt, dennoch zeigt das Quecksilber dann unten an der Küste mehr als 20 Grad.
  • Landkarten von Teneriffa muss man nicht kaufen, Teneriffa on bike liefert eine ausreichend detaillierte Karte bei der Motorradübergabe mit.
  • Weitere Motorradvermieter auf Teneriffa (kein Anspruch auf Vollständigkeit): www.moto-sol-canarias.de; www.canarymoto.de (dort gibts lt. Internet auch eine neue Ducati Multistrada).

2 Comments

    1. Danke!!! Ich freue mich über das Interesse an den Berichten und neue Tourenvorschläge.

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