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Nur Sprachschlamperei?

„Stadtobjekt ´Zur Wetterwarte 34´ soll Asylantenunterkunft werden“, lautet die Überschrift einer Pressemitteilung, die die Dresdner Stadtverwaltung heute Nachmittag verschickt hat? Wiebitte? Wer hat denn da die Feder geführt (oder die Computertastatur bedient)? Die Bezeichung Asylant „wird gelegentlich als abwertend empfunden“, heißt es im Duden. Die Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus aus Zürich wird in ihrem Glossar deutlicher: „Etwa um 1970 taucht im deutschen Sprachgebiet die Bezeichnung Asylant für Flüchtlinge und Asylsuchende auf. Von Anfang an waren es rechtsstehende und fremdenfeindliche Organisationen und Personen, die das Wort benutzten. Deshalb bekam Asylant eine klar abwertende Bedeutung“, ist da zu lesen.

Und weiter. „Das Wort wurde stets mit einer deutlichen Abwehrhaltung gegen Flüchtlinge und Asylbewerber gebraucht.“ Die Dresdner Stadtverwaltung hat sich da heute zumindest deutlich im Ton vergriffen.

Nachtrag vom 25. Januar, 12.50 Uhr: Auch die Dresdner Jusos finden diesen „Schreibfehler“ bedenklich, teilten sie heute in einer Pressmitteilung mit.

ein Kommentar

  1. Mir kommen echt die Tränen.
    Die pöse Stadtverwaltung sollte sofort entnazifiziert werden. Und gegendert obendrein. Denn es muß mindestens „Asylantinnen- und Asylantenunterkunft“ heißen.

    Eine obskure, ausländische, dem Linksextremismus nicht unverdächtige Internetquelle ist natürlich genau die richtige Stütze für diese Empörung.

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