Dresden / Moped / Motorrad

So war die 16. Heimkinderausfahrt

Glück muss man haben. Das hatte Sachsenbike bei der 16. Heimkinderausfahrt. Denn trotz Unwetterankündigungen blieb es trocken und der Tourtag war für alle ein reines Vergnügen.

Langsam werden es mehr: Beim Sammeln auf dem Feldschlößchen-Parkplatz.

Sonnabendmorgen, irgendwann kurz vor 6 Uhr. Der erste Gedanke gilt dem Wetter. Rauscht es draußen? Verrät der Klang vorbeifahrender Autos, ob die Straße nass ist? Aufstehen, Jalousie rauf und banger Blick nach draußen: Die Sonne scheint, die Straßen sind trocken, Wolken ziehen Richtung Osten und das Thermometer zeigt ungefähr 16 Grad. Viel besser geht es nicht und so unterscheidet sich der Morgen der 16. Heimkinderausfahrt von dem der 15. dadurch, dass wir alle trocken am Treffpunkt ankommen.

7 Uhr auf dem Parkplatz der Feldschlößchen-Brauerei in Dresden Coschütz: Der Tisch mit den Kaffeekannen wird aufgebaut, das Orgbüro ist schon fast einsatzbereit. Obwohl wir noch gar nicht damit rechnen, treffen kurz darauf die ersten Mitfahrer ein. Alte Bekannte kommen, mancher Neue auch und bei heißem Kaffee wird der Wettergott schließlich fröhlich gefeiert. Er ist uns gnädig und schiebt die Wolken weiter Richtung Osten – im Westen, dort, wo die Tour hingeht, grüßt blauer Himmel.

Diese Zusammenarbeit klappt ausgezeichnet. Hier findet gerade die Fahrereinweisung statt.

Kurz vor der Abfahrt um 9 Uhr ist Action angesagt für unseren neuen Lautsprecher. Frank hat dieses Mal die Rolle des Ansagers übernommen. In gewandten Worten und durchaus sehr ausführlich erklärt er Ablauf und Sicherheitsregeln der Tour, manchem juckt es längst in der Gashand, als er endlich fertig ist. Aber gut Ding muss Weile haben…

Wir stellen uns gleich zu Beginn der Tour der größten fahrerischen Herausforderung: Der Konvoi muss quer durch die Stadt, Polizei uns Sicherungsgruppe bekommen von Anfang an ordentlich zu tun. Die Strecke führt von Coschütz ins Zentrum, über die Carolabrücke und auf der anderen Elbseite die Großenhainer Straße hinaus nach Moritzburg. Kurz vor dem Ort mit dem Jagdschloss stoppt Tourguide Detlef den Konvoi – die Rüttelpause steht an. Wir kontrollieren, ob alle Kinder gut sitzen, die Helme passen und sich alle wohl fühlen.

Nach der „Rüttelpause“ rollt der Konvoi durch Moritzburg.

Wenige Minuten später geht es weiter, Ziel ist nun das Triebischtal. Der Himmel reißt schließlich komplett auf, während wir über Buschhaus und Gröbern nach Meißen fahren. In Stadt mit der Albrechtsburg machen uns Fußgänger das Leben schwer. Sie haben keine Lust, die wenigen Minuten zu warten, bis der geschlossene Konvoi samt Polizei vorbeigefahren ist und laufen auf einem Fußgängerüberweg mitten hindurch. So reißt die Fahrzeugschlage auseinander und in Meißen müssen unsere Kreuzungsposten mitunter minutenlang warten, bis wieder ein Motorrad auftaucht. Aber auch das klärt sich schnell, denn auf der Altstädter Seite der Elbe wird es eng – wir müssen langsam fahren und die Motorräder rücken wieder dichter zusammen.

Mittagspause in Schloss Rothschönburg – es gibt leckere Suppe.

11 Uhr: Wir sind schon in Rothschönberg. Eine halbe Stunde zu früh parken wir vor dem Schloss, drinnen wird’s deshalb kurz hektisch am Essensstand mit der heißen Kartoffelsuppe. Die kommt vom Klein-Erzgebirge in Oederan und gerade noch rechtzeitig kann die Ausgabe starten. Parallel dazu organisiert unser DRKler Christian die Oppacher-Getränkeausgabe. Im Schloss, das ein Verein bewirtschaftet, dürfen wir uns die kleine Kapelle und eine Ausstellung ansehen.

Die Getränkeversorgung funktioniert aufs Beste.
Nadja, Andreas und dem Dresdner Backhaus danken wir für den Kuchen.

Eine halbe Stunde vor der geplanten Zeit setzen wir die Tour fort. Der nächste Tourabschnitt ist reichlich 30 Kilometer lang, hat dafür aber besonders schöne Kurven zu bieten. Es geht Richtung Süden, Nossen lassen wir dabei rechts liegen. Freiberg streifen wir auch nicht, vorher biegen wir lieber ab ins Muldental und genießen die Fahrt an dem kleinen Fluss entlang nach Großschirma. Als es 13 Uhr ist, bin ich beruhigt, denn zu dieser Zeit hat das Auktionshaus Vonau aus Chemnitz unseren Kaffeestand fertig präpariert. Wir sind schon wieder zu früh dran und biegen schließlich eine Stunde vor der Planzeit auf dem Rastplatz an der B101 zwischen Großschirma und Siebenlehn zur nächsten Pause ein. Dort gibt’s leckeren Kuchen, den die Chemnitzer in Zusammenarbeit mit dem Dresdner Backhaus organisiert haben. Außerdem packt Christian jede Menge frische Drinks von Müllermilch auf den Gabentisch.

Hier werden sie versorgt – mit Kuchen und kühlen Getränken.

Der dritte Teil der Tour ist landschaftlich besonders reizvoll. Es geht Richtung Erzgebirge. Wir verabschieden uns schnell wieder von der B101 und fahren über kleine Dörfer nach Oederan. Später begleitet uns rechter Hand für einige Zeit die Flöha, bevor wir in Hohenfichte beinahe richtig auf die Hauptstraße hinauf nach Augustusburg abbiegen. Vorher – so hat unser Tourguide Detlef offenbar beschlossen – soll wenigstens die Führungsgruppe aus Polizei und Ordnern schnell noch prüfen, wie lang die Sackgasse ist, die gleich nach der Flöhaüberfahrt in Hohenfichte nach rechts abzweigt. Sie ist so lang, dass wir alle gerade noch rechtzeitig wenden können, bevor auch der Konvoi mit den Motorradfahrern und den Kindern in die Sackgasse abbiegt.

Etwa 16 Uhr kommen wir in Augustusburg an. Natürlich wieder zu früh, aber zunächst einmal dürfen wir allen in den Schlosshof fahren. Eine Sondergenehmigung machts möglich und die Einfahrt in die historische Burg weckt natürlich ein Hochgefühl. Fertig, Tour zu Ende, es waren fast 130 Kilometer. Schnell verabschiedet sich die Polizei, die uns mit zwei Bullys und drei Motorrädern begleitet hat. Alles hat super funktioniert, sind wir uns mit den Beamten einig. Danke, bis zum nächsten Mal!

Im Wirtschaftshof steht unsere Verpflegungsstation. Es gibt Würste und Steaks vom Grill, dazu verschiedene Salate und frische Brötchen. Wir sitzen in der Sonne oder im Schatten, genießen das Ende der Tour und freuen uns, dass wir den Kindern eine Top-Ausfahrt bieten konnten. Auch Dank den Katastrophenschützern, die uns begleitet haben, aber zum Glück nie tätig werden mussten.

17 Uhr: Unser Kuchen-Spender Andreas ist fast ein Eingeborener Augustusburger und führt uns alle zu Rosts Wiesen. Dort darf schließlich noch nach Herzenslust sommergerodelbahnt werden, bevor die Kinder und Betreuer mit zwei Bussen der Dresdner Firma Gendritzki nach Hause fahren.

Nach der Ausfahrt ist vor der Ausfahrt. Hier schmieden wir schon wieder Pläne fürs nächste Jahr.

Jetzt ist Zeit, die gelungene Tour ausgiebig zu feiern und dankbar an alle die zu denken, die uns dabei geholfen haben – mit Geldspenden, Sachspenden, während der Tour und an unseren Pausenorten, mit Rat, Ideen und Tat. Wir zapfen uns ein frisches Feldschlößchen und legen die Füße hoch. Die Zimmer in der Jugendherberge sind vergeben, etwa zwei Dutzend Sachsenbiker und Mitfahrer übernachten auf der Burg. Noch am Abend diskutieren wir die nächste Heimkinderausfahrt. Man müsste doch mal…, bestimmt geht auch …

Am nächsten Morgen müssen wir noch gratulieren. Zwei sehr verdiente Sachsenbiker haben Geburtstag. Alles Gute, Annette und René. Und noch einmal herzlichen Dank an alle Helfer, Spender und Mitfahrer. Es war ein toller Tag! Dresden/csp

  • Hier gibt’s in Kürze viele Fotos der Ausfahrt.
Quartier für eine Nacht: Die imposante Augustusburg ist jederzeit einen Besuch wert.

 

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