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Hilfe, bitte noch einmal!

Hilfe ist so dringend nötig, wie von Anfang an. Die ukrainische Stadt Mykolaiv wird mehr als je zuvor beschossen und mancher Hilfskanal droht zu versiegen. Wir nehmen einen neuen Anlauf.

Die Hilfe kommt an – hier laden wir um an der Grenze zwischen Modawien und der Ukraine – auf ukrainischer Seite.

Liebe Leser, liebe Helfer.

Wir müssen es ein zweites Mal tun: Seit mehr als 100 Tagen führt Russland Krieg gegen die Ukraine. Nur durch viel Hilfe war es den Ukrainern bisher möglich, den Angriffen so gut es eben geht zu widerstehen. Die Versorgung der Bevölkerung ist auf der Kippe, wir wollen erneut helfen und unsere Hilfe richtet sich gezielt an die Einwohner von Mykolaiv. Wir wollen einen zweiten Hilfstransport in die Stadt auf den Weg bringen, die mit rund 500.000 Einwohnern nahe der Frontline in der Südukraine liegt. Rund 130 Kilometer östlich von Odessa gilt sie als wichtiges Bollwerk gegen den Vormarsch der russischen Armee in Richtung Westen. Sie wird seit Wochen beschossen, meistens von Cherson aus, das die russische Armee von der Krim kommend eingenommen hat. Knapp 30 Kilometer östlich von Mykolaiw stehen die russischen Artillerie-Geschütze und Raketenwerfer. Täglich wird die Stadt angegriffen, inzwischen hat die russische Armee die Wasserversorgung lahmgelegt.

Hier wird Flüchtlingen geholfen – an der Aufnahmestelle in Palanca. Ganz links „unser“ geliehener Kleinbus für die erste Fahrt.

Worum wir zuerst bitten.

Wir fahren NICHT nach Mykolaiv, aber wir bringen Hilfsgüter für die Stadt. Das Ziel ist Moldawien, die Grenzstadt Palanca. Dort sollen die Hilfsgüter wie schon auf unserer ersten Tour übergeben werden. Gesucht wird zuerst Hilfe von Fahrzeugprofis. Wir bitten herzlich um einen 9-Sitzer, mit dem wir etwa drei Tage lang unterwegs sein dürften – auf dem Hinweg mit Hilfsgütern, auf dem Rückweg mit Flüchtlingen, sofern es dafür Bedarf gibt. Wir planen, in der letzten Juliwoche zu fahren, die Fahrtkosten sind unsere Sache. Das Wichtigste ist jetzt, ein Fahrzeug zu finden. Wir freuen uns über jeden Tipp, jeden Gedanken und natürlich besonders, wenn uns jemand sein Vertrauen schenkt und direkt einen passenden Wagen zur Verfügung stellt.

Warum Mykolaiv?

Warum gerade Mykolaiv? Es ist die Geburtsstadt meiner lieben Ehefrau. Mehrfach war ich in der Stadt, die von zwei großen Flüssen geprägt ist, dem Südlichen Bug und dem Inhul. Über den Südlichen Bug führt eine große Brücke mit der wichtigsten Verbindung nach Odessa, der Fernstraße M14. Diese Strecke fahren nach wie vor regelmäßig Stadtbusse aus Mykolaiv, die Flüchtlinge nach Odessa und Palanca bringen. In einen solchen Bus sollen unsere Hilfgüter an der moldawisch-ukranischen Grenze (auf ukrainischer Seite) umgeladen werden. Das hat schon einmal funktioniert und wird sicher wieder funktionieren. Mykolaiw stolze ukrainische, aber auch russisch geprägte Stadt. Um so weniger verstehen die Einwohner, dass sie nun täglich von der russischen Armee beschossen werden. Sogenanntes „technisches Wasser“ bekommen sie seit Wochen nur aus Tankwagen, es handelt sich um Wasser, mit dem man vielleicht Wäsche waschen und die Toilette reinigen kann. Sich selbst damit zu waschen, ist grenzwertig, zum Trinken und für die Lebensmittelzubereitung ist es keinesfalls geeignet.

Was gebraucht wird.

Auch Wasser haben wir bei unserer letzten Tour gebracht. Gefragt sind aber besonders alle Arten und große Mengen von haltbaren Lebensmitteln (Nudeln, Reis, Fisch-, Fleisch- und Wurstkonserven, Fertiggerichte wie Suppen…), Hygieneartikel (Seife, Zahnbürsten, Zahnpaste, Produkte für die Frauenhygiene und die Babypflege), Windeln, Verbandszeug, Schlafsäcke, Stirnlampen oder Taschenlampen, Powerbanks und Rettungsdecken.

Kontakt

Bei Rückfragen sind wir jederzeit per Mail (info [ät] unkorrekt-dresden.de; info [ät] textwerkstatt-dresden.de) erreichbar. Gerne rufen wir auch zurück. Für Hilfsgüter haben wir mehrere Sammelstellen in Dresden, an denen wir versuchen, entsprechend dem Zeitbedarf der Spender präsent zu sein.

Für Geldspenden haben wir ein Paypal-Konto eingerichtet, für Überweisungen bitte die Mail-Adresse mykolaiv@neustadt-gefluester.de benutzen. Wir bitten um Verständnis, wir sind kein Verein und können keine Spendenquittung ausstellen. Falls wir mehr Geld einsammeln sollten, als wir brauchen, werden wir den überschüssigen Betrag an die Hilfsorganisation Arche Nova weiterleiten.

Hier könnt ihr nachlesen, wie unser erste Transport gelaufen ist:

4.100 Kilometer und neue Erfahrungen (Teil 1)
4.100 Kilometer und neue Erfahrungen (Teil 2)
4.100 Kilometer und neue Erfahrungen (Teil 3)

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