Dresden / Moped / Motorrad

Sachsenkrad – ein Fazit

Das Foto zeigt: Gedränge gabs auch bei der Sachsenkrad 2017. Foto: PR

Einen Tag nach der Sachsenkrad ist 361 Tage vor der Sachsenkrad. Die Dresdner Motorradmesse in diesem Jahr ist Geschichte. Im Internet wird heftig diskutiert über die vergangenen drei Tage, die Kritiker haben die Oberhand. Sie beschweren sich unter anderem über zu wenig Aussteller, ihnen fehlten Action und das Messefernsehen, für sie war der Zweiradnachwuchs zu wenig vertreten und echte Rennstars haben sie auch nicht gesehen. Die Kritik ist massiv, „Messe Dresden halt“, lautet ein vielsagendes Fazit.

Das ist schon mal falsch. Denn die „Messe Dresden“ ist nicht der Veranstalter der Sachsenkrad. Schon ein Blick auf die Tickets hätte das klargestellt. Die Sachsenkrad wird seit vielen Jahren von der Dresdner Firma Ortec Messe- und Kongress GmbH veranstaltet.

Dazu kommt: Die Kritik ist undifferenziert. Ja, es waren weniger Besucher als im vergangenen Jahr und vielleicht lag das nicht nur am Winterwetter. Und richtig ist auch, dass einige schöne Aktionen fehlten. Gridgirl-Wahlen gehören aus meiner Sicht nicht unbedingt dazu, die „Wahl des ultimativen Sachsenbikes“ war aber stets ein beliebter Programmpunkt. Nun stellt sich die Frage: Warum fehlten solche Messe-Highlights? Lags wirklich (nur) am fehlenden Geld? Haben potenzielle Aussteller vielleicht von sich aus die Segel gestrichen (schicke Marken wie Horex, Buell und MZ sind längst gänzlich von der Bildfläche verschwunden)? Fehlte Ehrenämtlern womöglich der nötige Schwung, um sich stärker zu engagieren (dass zum Beispiel Beinhart aus Pirna auf der Messe war – ein neuer Aussteller mit einer neuen Aktion – hat keiner der mir bekannten Kritiker lobend erwähnt)?

Es ist sicher richtig, Messekritik zu üben. Aber Gejammere bei Facebook hilft nicht weiter. Die Kritik muss an die richtige Adresse und Verbesserungsvorschläge helfen mehr als allgemeine Missfallensäußerungen. Mein Messefazit lautet: Es ist schön, die handelnden Personen der Motorradbranche aus Dresden und Umgebung auf der Sachsenkrad zu treffen. Es macht Spaß, neue Maschinen zu begutachten, selbst wenn es sich – entgegen der vollmundigen Ankündigungen – vielleicht nicht wirklich um Deutschlandpremieren handelt. Es ist ein Vergnügen, Kinder und Erwachsene, Frauen und Männer, Fachleute und Laien zu sehen, die beim Anblick von Motorrädern glänzende Augen bekommen.

Manche Marke hat mir gefehlt, schon weil sie die Messe bunter gemacht hätte: die Can Am Spyder von Funride aus Radebeul zu Beispiel – das sind zwar keine Motoräder, aber sie passen dennoch zur Sachsenkrad. Royal Enfield hätte der Messe auch gut zu Gesicht gestanden. Und vielleicht sollte tatsächlich mal wieder ein ultimatives Sachsenbike gewählt werden. Vielleicht sind Messekino und Messefernsehen doch nicht ganz verkehrt. Die Veranstalter sind gewiss für gute Ideen zu haben. Denn wie schon gesagt: einen Tag nach der Sachsenkrad ist 361 Tage vor der Sachsenkrad. Dresden/csp

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