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Ausgeschlafen zur Ausfahrt

Am 20. Mai findet die Heimkinderausfahrt von Sachsenbike statt. Eine 15-Jährige weiß, worauf es dabei ankommt. Jetzt fehlen nur noch ein paar Motorradfahrer.

Am liebsten würde Emma schon ganz allein Motorrad fahren dürfen. Foto: René Meinig

Sebastian mit der roten Ducati muss in diesem Jahr ganz stark sein. Denn seine kleine Sozia wird ihn nicht begleiten. Dabei ist die 15-Jährige längst ein Fan von ihm und weiß: Auf ihren Biker kann sie sich verlassen. Solches Vertrauen war für die Schülerin lange keine Selbstverständlichkeit. Denn Emma lebt von ihren Eltern getrennt. Ihr Zuhause ist eine Einrichtung der Stiftung Diakonie-Sozialwerk Lausitz in Klotzsche. Im Pfarrer-Dinter-Haus wohnen Kinder und Jugendliche, die nicht in ihren Familien bleiben konnten. Sebastian hat Emma bei einer Motorradtour kennen-
gelernt. Inzwischen ist sie schon zu etlichen Heimkinderausfahrten des Dresdner Vereins Sachsenbike mitgefahren.

Die findet in diesem Jahr für fast 100 Kinder am 20. Mai statt. Genau so viele Motorradfahrer werden dafür gebraucht. Ziel ist die Augustusburg. Emmas erster Ausflug führte nach Südbrandenburg, und Emmas Chauffeur hieß noch nicht Sebastian. „Ich war bei so nem Opi mit“, erinnert sie sich. „Der war ganz cool, so chillig.“ Seitdem ist sie Biker-Fan, auch wenn sie wegen einer Schulaktion in diesem Jahr nicht dabei sein kann. Im Jahr davor hatte Emma Jugendweihe. „Da bin ich abends im Auto nachgefahren“, erzählt sie. Aber das ist halt nicht das Gleiche wie Sebastians Ducati.

Für die nächste Ausfahrt, bei der neben Mitbewohnern von Emma auch Kinder dabei sind, die im Dreikönige-Heim in Klotzsche leben und vom Sonnenstrahl-Verein betreut werden, hat sie ein paar Tipps: „Man sollte gut ausgeschlafen sein“, rät sie. „Und fröhlich.“ Außerdem empfiehlt sie mit ganz eigenen Worten Respekt vor dem Vorhaben: „Man sollte ein bisschen ängstlich sein. Also, nicht angeberisch.“ Genau so gehen die Motorradfahrer ihre Aufgabe an. „Es soll allen Spaß machen, wir brauchen umsichtige Fahrer“, sagt Sachsenbike-Chef René Dahms. Wer ein Kind mitnehmen will, sollte sich rechtzeitig auf der Website des Vereins anmelden und bestenfalls einen Helm und Schutzkleidung mitbringen.

Der Chef des Dresdner Software-Unternehmens Salt Solutions, Bernhard Blüthner (vorn) hat Sachsenbike-Chef René Dahms den Scheck über die große Spende für die diesjährige Heimkinderausfahrt übergeben. Foto: Sachsenbike

Für Mahlzeiten und Erlebnisprogramm sorgt der Verein. Dabei bekommt er viel Unterstützung. Geld gab’s diesmal unter anderem von der Firma Salt Solutions, die eine vierstellige Summe zum Budget beisteuerte. Partner seit Jahren ist die Feldschlößchen-Brauerei, auf deren Parkplatz die Tour startet.

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